Pressemitteilung vom 31.10.2006
Pressemitteilung zu den Neunmonatszahlen 2006 der PlasmaSelect AG
Die PlasmaSelect AG legt die Neunmonatszahlen für den am 1. Dezember 2005 begonnenen und am 31. August 2006 geendeten Berichtszeitraum vor. Der vollständige Bericht kann ab sofort hier heruntergeladen werden.
Wertberichtigung im Dialysegeschäft
Unsere Tochterfirma RenaSelect GmbH & Co. KG konzentriert sich in einem aufwendigen Entwicklungsprogramm zur Herstellung Dialysemembranen/Dialysatoren auf Cellulose-Basis in Kombination mit verschiedenen Kunststoffen. Das Entwicklungsprogramm und der Aufbau entsprechender Fertigungskapazitäten wurden durch Subventionsmittel sowie erhebliche Finanzmittel der PlasmaSelect AG finanziert. In den vorangegangenen Quartalsberichten haben wir zum Fortgang des Programms regelmäßig berichtet.
Für uns überraschend wurden jetzt Subventionsrückforderungen aus der Zeit der Vorgesellschafter (vor 2003) gestellt, wodurch die Finanzierung des Entwicklungsprogramms als nicht mehr gesichert anzusehen ist. Weitere Finanzmittel der PlasmaSelect AG wären notwendig geworden, die der Vorstand nicht bereit ist, zur Verfügung zu stellen, da der erwartete Break-even des Projektes sich deutlich in die Zukunft verschoben hätte.
Aus diesem Grund hat der Vorstand – wie bereits per Adhoc gemeldet – entschieden, die Produktion von Dialysatoren in Pirna aufzugeben. Demzufolge mussten das Sachanlagevermögen, die immateriellen Vermögenswerte sowie der Vorratsbestand der RenaSelect GmbH & Co. KG, Pirna, im Konzernabschluss der PlasmaSelect AG mangels künftiger Verwertbarkeit vollständig wertberichtigt werden. Unter Berücksichtigung von außerplanmäßigen Restrukturierungsaufwendungen ergibt sich aus diesem Sachverhalt insgesamt ein – nicht cashwirksamer – EBIT-Verlust im dritten Quartal von 25,1 Mio. €. Das EBIT liegt einschließlich der außerplanmäßigen Restrukturierung bei -22,2 Mio. € im 9-Monats-Zeitraum für den Gesamtkonzern. Wir bedauern diesen Schritt und seine Konsequenzen außerordentlich, halten ihn aber für unvermeidlich.
Operative Geschäftsentwicklung
Im operativen Kerngeschäft werden wir mit einem sich verschärfenden Preisdruck sowohl im Infusions-/Spüllösungsgeschäft als auch im Segment Generika konfrontiert. Zur Verteidigung unseres Marktanteils waren wir gezwungen, auf die Preissenkungen der Wettbewerber zu reagieren. Dieser Konkurrenzdruck hat deutliche – und von uns in dem Ausmaß nicht prognostizierte – Spuren beim Ergebnis hinterlassen.
So konnte zwar der Umsatz leicht um 0,7% (nach 9 Monaten) auf 52,3 Mio. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2005 (51,9 Mio. €) gesteigert werden, das EBIT blieb für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres – ohne die genannten Sondereffekte – aber mit 2,9 Mio. € um -25,9% unter dem Vorjahreszeitraum (+3,9 Mio. €). Im dritten Quartal 2006 wurde dieser Trend noch deutlicher, ausgedrückt in der EBIT-Marge des Segmentes Infusions- und Spüllösungen von -6,0% (Vorjahr +0,4%) sowie des Segmentes Generika +20,3 % (Vorjahr +28,4%).
Im dritten Quartal 2006 wurde im fortgeführten Bereich ein Nettoergebnis (ohne Sondereffekte) von +0,5 Mio. € erreicht, was damit im Rahmen des Vorquartals lag.
Unter Einschluss der Sondereffekte bei der RenaSelect GmbH & Co. KG lag das Nettoergebnis bei -23,4 Mio. € und damit das Ergebnis pro Aktie bei -1,38 €. Ohne Sondereffekte hätte das EPS bei 0,03 € (wie im Vorquartal) gelegen. Für den 9-Monats-Zeitraum 2006 wurde ein Nettoergebnis von -22,7 Mio. € erzielt und damit ein Verlust pro Aktie von -1,36 €.
Nächste Schritte der operativen Geschäftsentwicklung
Der Vorstand ist weiterhin davon überzeugt, dass die Strategie mit Fokussierung auf den profitablen Bereich der injektabilen Generika auch zukünftig tragfähig ist. Das im dritten Quartal 2006 eingeräumte Mezzanine Darlehen wird deshalb vordringlich zur Finanzierung entsprechender Produktkäufe und -entwicklungen sowie zum Kauf nationaler und internationaler Zulassungen verwendet. Erste Verträge mit erwarteten positiven Beiträgen im kommenden Geschäftsjahr wurden bereits abgeschlossen.
Der im April dieses Jahres begonnene Einstieg in den selektiven Vertrieb im niedergelassenen Bereich hat unsere Erwartungen erfüllt. Deshalb wird die Tochtergesellschaft DeltaSelect GmbH die Aktivitäten im Bereich Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sowie im niedergelassenen Bereich mit Schwerpunkt Onkologie weiter ausbauen. Der hierfür bereits bestehende Außendienst wird erweitert.
Parallel wird durch ein Kostensenkungsprogramm sowie durch Umstrukturierung versucht, den Bereich Infusions- und Spüllösungen seitens der Produktion zu optimieren und damit wieder zurück zu positiven Ergebnisbeiträgen zu führen.
Ausblick
Der Preiskrieg im Infusions- und Spüllösungsbereich setzt sich im deutschen Markt unvermindert fort und beeinflusst das Segmentergebnis entsprechend. Wir werden durch Einsparungsprogramme, Ablaufoptimierung und Rationalisierung innerhalb der Produktion versuchen, diesen Margenverfall zu kompensieren. Da unser Eigenfertigungsanteil in diesem Bereich hoch ist, gehen wir davon aus, hier erfolgreich ansetzen zu können. Unerwartet deutlich nahm parallel auch der Preisdruck bei den injektabilen Generika zu, besonders betroffen hiervon waren unsere Neueinführungen. Hinzu kamen Belieferungsprobleme seitens einzelner Lohnlieferanten, die damit unsere Marktposition schwächten. Unser weiterhin breites Portfolio im Bereich injektabiler Generika half – durch entsprechende Angebotspakete -, dem Konkurrenzdruck im Krankenhaus dennoch standzuhalten.
Im 9-Monatszeitraum ist das Segment Generika weiterhin hochprofitabel (EBIT-Marge
+ 23,7 %) und wir gehen davon aus, durch noch stärkeren internationalen Einkauf der Wirkstoffe bzw. durch Wechsel zu günstigeren Wirkstofflieferanten die Einkaufseite bzw. die Ergebnissituation wieder verbessern zu können.
Trotz der negativen Effekte im dritten Quartal erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr - ohne die außerplanmäßige Wertberichtigungen - ein EBIT über 4 Mio. €, was gegenüber dem Vorjahres-EBIT von 3,2 Mio. € eine Verbesserung darstellen wird.
Da die laufenden monatlichen Kostenbelastungen durch die RenaSelect GmbH & Co. KG wegfallen werden, gehen wir in 2007 von einer Stärkung des Konzern-EBIT aus. Hierzu kommen positive EBIT-Beiträge aller dann planmäßig profitabel arbeitenden Produktionsstätten. Die Steuerquote schätzen wir für 2006 und 2007 auf rund 38,6%. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um latente Steuern. Die effektive Steuerbelastung für den deutschen Unternehmensteil schätzen wir auf rund 15%.
Der Zukauf von margenstarken Generika - finanziert durch das Mezzanine-Darlehen – insbesondere im Anästhesiebereich wird die EBIT-Verbesserung unterstützen.
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